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Der Tischtennis Verband Rheinland hat die "TTVR-Ruanda-Aktion" ins Leben gerufen.
Ziel der Aktion ist der Aufbau einer Tischtennis-Struktur (Vereine und TT-Zentrum) im Partnerland von Rheinland-Pfalz in Ruanda.
Pascal Kronenberger (22), C.-Trainer und Mitglied des DJK Oberwesel hat vor zwei Jahren auf eigene Inisiative ein Tischtennisprojekt im rheinlandpfälzischen Partnerland Ruanda ins Leben gerufen. Der TTVR hat in dabei mit einer Sachspende (gebrauchte TTVR-Kleidung und Bälle) unterstützt. Jetzt wollen wir aus dieser privaten Aktion eine offizielles Projekt machen.
Dieses Jahr im August reiste Pascal Kronenberger zum drittenmal in das Rheinland-Pfälzische Partnerland um den Tischtennisverband in Ruanda aufzubauen und tatkräftig zu unterstützen. Schläger nahm er im Reisegepäck mit, damit sie auch auf jeden Fall direkt dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Der Tischtennisverband in Ruanda ist (noch) nicht zu vergleichen mit unseren Verbänden. Es mangelt an allem. Es existiert keine Liga, es sind ca. sieben Orte im ganzen Land, an denen regelmäßig Tischtennis gespielt wird. Aber auch hier sind es meistens keine Vereine, sondern nur Zusammenkünfte von Spielern aus Spaß am Sport. Ein zweites Problem ist die mangelnde Versorgung durch Materialien. Da es keine Strukturen gibt, lohnt es sich für Händler auch nicht Tischtennismaterialien anzubieten. Es können zwar Tischtennisplatten in einer geringen Quälität hergestellt werden, diese sind jedoch genauso teuer wie hierzulande und daher für die Ruanda nicht zu finanzieren. Ein drittes Problem ist die Ausbildung von Trainern. Der Tischtennissport wird von der Regierung nicht unterstützt (bis jetzt werden nur sechs Sportarten subventioniert), daher hat der Verband kein Geld, um talentiete Spieler in die Hauptstadt zu holen, um sie zu Trainern ausbilden zu lassen, damit diese wieder als Mulitplikatoren auf dem Land eingesetzt werden können.
Aber was nutzt das Jammern über Probleme, haben sich der Student aus Rheinland- Paflz, der Präsident des Tischtennisverbandes in Ruanda und sein Entwicklungscoordinator gedacht, es muss etwas unternommen werden. Und es wurde etwas unternommen. Mit der Spende unterm Arm und etwas Know-How flog Pascal Kronenberger, der Tischtennistrainer und Abteilungsleiter Tischtennis bei der DJK Oberwesel ist, hinunter nach Ruanda. Das Geld für den Flug hatte er zwei Jahre lang zusammen gesparrt. In Ruanda wurden die drei Verantwortlichen schnell Freunde, denn das macht die Partnerschaft aus, Hilfe zur Selbsthilfe geben , einander auf Augenhöhe begegnen und Dankbarkeit und Freude mitnehmen. Ein Konzept wurde erarbeitet, in dem jedes der eben genannten Probleme behoben werden kann und man dabei aber nicht langfristig auf Subventionen durch andere angewiesen ist. Echte Hilfe zur Selbsthilfe. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg und man braucht in der Zeit des Aufbaus die Unterstützung von denen, die geben können und möchten.
Die Idee des Konzeptes sieht vor, dass in einigen Jahren in ganz Ruanda Tischtennis gespielt wird. Sowohl von Kindern als auch von Frauen und Männern, Sport kann sicherlich seinen Teil zur Versöhnung und Integration beitragen. Deshalb wird auch in besonderer Weise danach geschaut, dass Waisen und Behinderte nicht benachteiligt werden.
Nach der Nationalebene ist Ruanda aufgeteilt in fünf Provinzen, diese wiederum in Distrikte und diese in Sektoren. Es soll in mindestens fünf Sektoren eines Distrikts ein Tischtennisteam bzw. einen Verein geben. Für Menschen mit Handicap, von denen es in Ruanda leider sehr viele gibt durch den Genozid 1994, gibt es sowohl eine eigene Liga, sie werden aber auch zusätzlich in die Ligen der Fußgänger integriert.
Der Anfang wurde nun in der Hauptstadt Kigali gemacht. Es wurden an zwei Tagen fünfzehn Sektorenbüros mit dem Taxi angefahren, die Geld für das Taxi wurde privat von Pascal Kronenberger gegeben. Dort wurde das Projekt dem Verantwortlichen für Sport und Soziales vorgestellt und gefragt, ob es nicht einen Raum gäbe, in den man nicht eine Tischtennisplatte zum regelmäßigen Training stellen kann. Es wurde eine Platte, vier Schläger und zehn Bälle für jeden Sektor zugesichert. Desweiteren benötigte man zwei Verantwortliche, die sich um den Tischtennissport in ihrem Sektor kümmern. Alle fünfzehn Sektoren waren einverstanden und erklärten sich bereit, mindestens einen Verantwortlichen zu dem zwei Tage andauernden Basis-Kurs Tischtennis zu schicken. Der Grundstein war gelegt.
Ruanda besitzt zur Zeit ca. sieben zum Teil voll bzw. halb ausgebildete Tischtennistrainer, die zu einem früherern Zeitpunkt vom Internationalen Tischtennisverband ausgebildet wurden.
Zusammen mit diesen Trainern, brachte Pascal Kronenberger den Offiziellen aus den Sektoren nun den Tischtennissport näher. Auch wenn nicht alle das Zeug zum Trainer hatten, so haben sie doch Spaß daran gefunden und haben zugesichert, das Tischtennistraining in ihrem Sektor aufzubauen. Ebenso dieses Trainingswochenende wurde vom Ersparten von Pascal Kronenberger finanziert, es wurde Fahrtgeld, Getränke und Essen bezahlt für insgesamt 30 Leute. Ohne dieses Geld wäre kaum einer gekommen, da es fü die meisten nicht möglich ist, für ein freiwilliges Ehrenamt Geld auszugeben.
An diesen zwei Tagen wurden auch Komitees für jeden Distrikt gebildet, die aus Trainern und Sektorbüroangestellten zusammengestellt waren. Zu vergleichen wäre es bei uns mit einem Regionsvorstand.
Für die Provinz Kigali gibt es nun durch Spenden von Vereinen aus Rheinland-Pfalz, fast für jeden der drei Distrikte fünf Platten, sodass bald eine erst Liga gespielt werden kann.
Jedoch ist dies erst der Anfang. Weitere Platten, Netze, Schläger, Trikots und Bälle werden benötigt, um Ruanda zu einem funktionierenden Tischtennissport zu verhelfen. Auch Geldspenden werden gerne angenommen. Wie viel durch das wenige Ersparte von Pascal Kronenberger erreicht worden ist, zeigt, dieses Projekt.
Die Tischtennisvereine im Rheinland können einiges erreichen, wenn sie Geld oder Sachspenden geben. (gebrauchte spielbereite Tische und Netze sind das Wichtigste).
Auf die Frage seiner Motivation hin sagte Pascal Kronenberger:"Es ist wundervoll zu sehen, dass man mit dem bisschen was man hat oder mit dem was man kann, soviel erreichen kann und so vielen Menschen zu einem glücklicherer Leben verhelfen kann.Und wenn es auch nur für ein paar Stunden von dem schweren Alltag und dem Schrecken der Vergangenheit ablenkt. Im Sport spürt man soviel positive Dinge z.B die Gemeinschaft und erfährt sie als bereichernd und als etwas Stärkendes. Ist es nicht großartig , dass nun die Vereine hier in Deutschland und insbesondere im Rheinland die Möglichkeit haben, aus diesem Gemeinschaftssinn heraus , durch den Sport, Menschen auf der andern Seite der Welt eben dieses Gefühl zu schenken?!"
Bilder vom letzten Besuch in Ruanda im August 2009

Materialausgabe an die Spieler

Pascal Kronenberger (links) mit dem Koordinator TT und dem Präsidenten des Ruandischen TT.-Verbandes.

Teilnehmer deer Trainer-Grundausbildung

Teilnehmer deer Trainer-Grundausbildung

Die Tische im TT-Zentrum Kigali

Eine Dame war auch dabei !

Praxisausbildung

Ballgewöhnungsübungen

Kleines Turnier in Hof eines Krankenhauses in Kigali

Tischtennis-Demo im Krankenhaus

Das Team

Die Ärzte (ohne Trikot) haben gegen das Jugendteam gespielt
In den nächsten Wochen erhalten Sie weitere Info´s zur Aktion.
Wir suchen
* alte gebrauchsfährige Tische und Netze
* Schläger / Beläge
Wir holen den Tisch bei Ihnen ab und bringen in zur Sammelstelle des Landes Rheinland-Pfalz. Das Land organisiert den Transport nach Kigali.
Dort wird das Material von uns verteilt !
Weitere Informationen beim Projektleiter des TTVR
Franz Homscheid
Tel: 0261/135126
e-mail: homscheid@ttvr.de
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